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Anwerbeabkommen / Wirtschaftstag vom 10.11.2011

Anwerbeabkommen / Wirtschaftstag vom 10.11.2011


Am 10.11.2011 lud der Deutsch-Türkische Unternehmerverein in Mittelfranken (TIAD) e.V. gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, namentlich dem Generalkonsulat der Türkischen Republik in Nürnberg, der IHK für Mittelfranken, der HWK für Mittelfranken, der Regionaldirektion Mittelfranken der Bundesagentur für Arbeit und des Forums Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion Nürnberg, ein zu der Veranstaltung

im Feuerbachsaal der IHK für Mittelfranken:

Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Anwerbeabkommens
zwischen Deutschland und der Türkei

Feierliche Unterzeichnung der deutsch-türkischen Kooperationsvereinbarung in der Europäischen Metropolregion Nürnberg



von links nach rechts: Dr. Michael Fraas – Geschäftsführer des Forums Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion Nürnberg, Heinricht Alt – Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Ece Öztürk Cil – Generalkonsulin des Generalkonuslats der Türkischen Republik in Nürnberg, Heinrich Mosler – Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, Emre Hizli – Vorsitzender des TIAD, Dirk von Vopelius - Präsident der Industrie- und Handelskammer für Mittelfranken, Prof. Dr. Elmar Forster - Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken, Klaus Beier - Mitglied des Vorstandes der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, Pinar Tanrikolu – Moderatorin bei Franken-TV, Wolfgang Uhl – Geschäftsführer der Handwerkskammer für Mittelfranken

(Foto: Taner Tüzün)

Es nahmen herausragende Persönlichkeiten an der Podiumsdiskussion und dem anschließenden Festakt mit kulinarischer und musikalischer Untermalung teil, auch zahlreiche Pressevertreter waren vertreten.

Die wirtschaftliche Zukunft der Metropolregion Nürnberg wird angesichts der demografischen Herausforderungen sehr bald ganz entscheidend davon abhängen, ob es uns gelingt, den Standort für Fachkräfte aller Qualifikationsstufen und ihre Familien attraktiv zu gestalten und zu präsentieren. Neben den Handlungsfeldern "Bildung" und "Erwerbsbeteiligung" wird auch die Attraktivität für ausländische Zuwanderer eine wichtige Rolle spielen. Dabei können wir uns durchaus auf langjährige Erfahrungen in der Migration stützen - in diesen Tagen blicken wir etwa auf eine 50 Jahre alte Erfolgsgeschichte des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens zurück.

Mit der Veranstaltung am 10. November 2011 wollten die Kooperationspartner, mithin die Hauptakteure der deutsch-türkischen Wirtschaft in unserer Region zurückblicken verbunden mit Vorschlägen, auch die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Die Metropolregion Nürnberg kann sich im Wettbewerb der Wirtschaftsräume behaupten, wenn es gelingt, einen Schulterschluss bedeutender regionaler Kooperationspartner in zentralen Wirtschaftsthemen wie der Zuwanderung oder der Vertiefung der gegenseitigen wirtschaftlichen Verflechtung zu erreichen und gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen. Die von TIAD initiierte Veranstaltung, mithin die Unterzeichnung der in der Metropolregion Nürnberg bisher einzigartigen Kooperationsvereinbarung (denn die erste unter Beteiligung eines regionalen, deutsch-türkischen Unternehmerverbandes) war und ist in diesem Sinne ein wichtiger Schritt für unsere Region.

Wir zitieren auszugsweise aus der Rede des Vorsitzenden des TIAD wie folgt:

„….Wir würdigen heute das 50-jährige Bestehen des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei. Als Vertreter der 2. Generation möchte ich hierzu stellvertretend für alle Nachfolgegenerationen gegenüber den Vätern und Müttern der 1. Generation meinen herzlichsten Dank und die größte Anerkennung aussprechen. Der 1. Generation haben wir zu verdanken, dass wir den Anwerbeprozess als wirtschaftlichen Erfolg sehen dürfen. Der 1. Generation haben wir zu verdanken, dass wir heute im Jahr 2011 auch sehr viele Erfolgsbeispiele gelungener Integration, etwa erfolgreiche Unternehmer, Freiberufler, Akademiker und Handwerker, allesamt türkischer Herkunft in Deutschland haben. Unser Verein ist in diesem Sinne ein wunderbares Beispiel, weil dort vor allem Unternehmer und Akademiker der 1. und 2. Generation vertreten sind, die Ihnen allesamt eine Erfolgsgeschichte erzählen können. …

Den Schwerpunkt meiner Rede setze ich auf die besagte Kooperationsvereinbarung, die heute ja unterzeichnet wird. Inhaltlich geht es dabei um eine Zielvereinbarung, die folgenden Wortlaut hat:

„Mit Blick auf die Zukunft der deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen in der Metropolregion Nürnberg vereinbaren die Kooperationspartner, sich für die folgenden Ziele durch gemeinsame Projekte einzusetzen, wobei diese Vereinbarung für weitere Kooperationspartner offen ist :

1. Erhöhung der jeweiligen Direktinvestitionen in den beiden
Partnerländern durch gezielte Akquisition sowie Kommunikation von Rahmenbedingungen und Anlaufstellen für ausländische Investoren

2. Kommunikation von Notwendigkeit und Vorteilhaftigkeit der
Arbeitsmigration sowie von Rahmenbedingungen und Anlaufstellen
für Migranten

3. Kommunikation der Bedeutung von Bildung für Migranten

4. Etablierung eines regelmäßigen Deutsch-Türkischen
Wirtschaftstages in der Europäischen Metropolregion Nürnberg

5. Etablierung eines freundschaftlich gelebten Miteinanders von
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in der Europäischen
Metropolregion Nürnberg.“


Die Kooperationsvereinbarung ist das Produkt einer schon bestehenden, fundierten Zusammenarbeit des TIAD mit den Hauptakteuren der deutschen Wirtschaft in der Metropolregion Nürnberg. Für mich persönlich ist entscheidend, dass die Vereinbarung nicht nur Institutionen zusammenbringt, sondern Menschen, die sich schätzen und sehr gut zusammenarbeiten können. Die Chemie passt!

Wir haben bereits zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen umgesetzt und sehen uns gemeinsam dazu berufen, unsere wirtschaftliche Zukunft gemeinsam zu gestalten. Dabei begreifen wir das Thema „Deutsch-Türkische Wirtschaft in unserer Region“ als Verpflichtung eines jeden Menschen, sich bestmöglich in diesem Feld aktiv einzubringen, um den hohen Anforderungen der demografischen Entwicklung in Deutschland unter Berücksichtigung der Integrationslage und der Wirkungen der Globalisierung gerecht zu werden. Daher sehen wir in der Vereinbarung eben auch vor, dass die Vereinbarung für weitere Institutionen, Einrichtungen und Verbände bzw. Vereine offen ist. … „


TIAD-Vorstand.

Persönliche Einladung zur Veranstaltung am 10.11.2...
Initiative gegen Rassismus
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