TIAD

Deutsch-Türkischer Unternehmerverein in der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V.

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Gespräche mit der HWK für Mittelfranken

Veröffentlicht von am in Aktivitäten 2010
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Gespräche mit der HWK für Mittelfranken vom 07.10.2010

Anlässlich eines Antrittsbesuchs bei der Handwerkskammer für Mittelfranken (HWK)  führte TIAD unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden Emre Hızlı am 07.10.2010 zukunftsorientierte Gespräche mit hochrangigen Vertretern der HWK, namentlich dem Präsidenten Heinrich Mosler, dem Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. jur. Elmar Forster und dem Leiter für Meister- und Fortbildungsqualifikation Heinrich Schübel.

Im Rahmen dieser Gespräche stellte der Vorsitzende des TIAD den Verein und dessen Ziele dar. Er verwies darauf, dass der Dialog zwischen dem Handwerkskammer und Handwerkern mit Migrationshintergrund intensiviert werden müsse. Er sprach die Imagekampagne der HWK an, die er natürlich begrüßte, allerdings mit dem Hinweis, eben den vorgenannten Aspekt des Dialogs mit Nichtdeutschen sehr viel stärker einzubeziehen. Hierzu bedarf es einer engen Zusammenarbeit mit Multiplikatoren und Vereinen, die den Zugang zu Vertretern und Arbeitern im Handwerk haben. TIAD hat diesen Zugang und bietet ausdrücklich seine Zusammenarbeit an.

Der Vorsitzende des TIAD erklärte weiter, dass Vorbilder in sehr viel ausgeprägter Form für jugendliche Migranten präsentiert werden müssen. Es geht hier um erfolgreiche Unternehmer, die ihrer Vorbild- und Vermittlungsfunktion als Entscheidungsträger in einer von Verantwortung getragenen Gesellschaft akqueriert und präsentiert werden müssen, damit jene Jugendliche sich ein Beispiel an den Unternehmern nehmen.

Die demografische Entwicklung und der Kampf gegen Fachkräftemangel verlangen eine nachhaltige Anwerbung von jungen Ausländern und Schulabgängern mit Migrationshintergrund. Wir leben in einem Zeitalter des Eventmanagements. Elemente hieraus sollten bei der Prästentation und Werbung für den Handwerk in die Arbeit der Verantwortlichen einfließen, um schlicht das Interesse der Jugendlichen zu wecken.

Diese Hinweise erfolgen ganz besonders vor dem Hintergrund, dass das Handwerk prozentual mehr Ausländer ausbildet als in anderen Bereichen. Allerdings bleiben eben viele Potentiale ungenutzt. Dies muss der HWK bewusst werden.

Hilfreich wäre das klare und ernst gemeinte Bekenntnis gegenüber den Jugendlichen mit Migrationshintergrund: „Wir brauchen Euch !“. Es müsse das Gefühl vermittelt werden, dass Karriere im Handwerk möglich ist. Die Meisterprüfung müsse gerade für ausländische Kinder höheren Stellenwert haben. Ganz besonderer Wert sollte gelegt werden auf die Erkenntnis, dass sprachliche Qualifikationen Zusatzqualifikationen darstellen, die den Wert des Handwerkers erhöhen. Hier nahm der Vorsitzende des TIAD Bezug auf die ethnische Ökonomie und wünschte sich, dass auch das Handwerk die ethnische Ökonomie sehr viel näher unter die Lupe nimmt. Ehtnische Ökonomie biete große Chancen, die noch lange nicht genutzt werden. Wenn das Handwerk auch für ausländische Kräfte attraktiv sein soll, dann müsse der ethnischen Ökonomie ein großer Stellenwert in der „Politik“ des Handwerks beigemessen werden. Auch hier sind wiederum die Entscheidungsträger und Branchenvertreter etc. gefragt, die Vermittlungsarbeit in diesem Bereich zu leisten haben, wenn Sie tatsächlich auch Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen wollen und nicht nur für egoistische Belange eintreten.

Es müsse zur Kenntnis genommen werden, dass bei ausländischen Kindern das handwerkliche Talent besonders gut ausgeprägt sei. Integration werde erleichtert durch gute Arbeit, das führe zur Teamfähigkeit und das wiederum zum Respekt der Kollegen.

Außerdem müsste im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich mehr Aktivität entfaltet werden, so der Vorsitzende des TIAD. Gerade bei Ausländern ist dies ein wichtiges Thema. Der Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung lasse uns keine andere Wahl, weshalb gerade in diesem Bereich besondere Akzente gesetzt werden müssten. Es gehe dabei um familienfreundliche Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung usw. Hier ist es von besonderen Notwendigkeit, die Betriebe entsprechend zu sensibilisieren, zumal die Maßnahmen nicht nur mit Unannehmlichkeiten verbunden sind, sondern vielmehr zur Wirtschaftlichkeit des Betriebes beitragen können.

Geäußert wurde der Wunsch durch den Vorsitzenden des TIAD, dass gerade die Beziehungen zur HWK Nürnberg ganz besonders intensiviert werden müssten. TIAD als Unternehmerverein sei der ideale Vermittler für die deutsch-türkische Wirtschaft in der Metropolregion Nürnberg, auch für den internationalen Wirtschaftsverkehr zwischen der Metropolregion Nürnberg und der Türkei.

Über TIAD könne in vielen Bereichen vermittelt werden, der Verein bietet sich hier ausdrücklich an. Es gehe dabei etwa um Beratung in den Räumlichkeiten des TIAD, Ausstattung der Bibliothek des Vereins mit Infomaterial der HWK, auch in türkischer Sprache. Weiter gehe es um Seminare, Workshops etc., vor allem in den Bereichen Existenzgründung, Marketing, Finanzierung und Fördermöglichkeiten.

Ganz besonders wichtig erscheint TIAD der Weg in die Schulen. Hier müssten Branchenvertreter sensibilisiert werden, um sie zudem für den Gang in die Schulen zu gewinnen. In der Schule müsste sodann Orientierungshilfe angeboten werden, Meister/innen sollten Beratungsleistungen bzgl. beruflicher Möglichkeiten im Handwerk erbringen. Bestenfalls machen dies ausländische Meister, die den Jugendlichen auch die Tatsache vermitteln, dass auch Handwerker mit Migrationshintergrund es in Deutschland zu etwas bringen können. Hier gibt es etwa bei TIAD auch renommierte Handwerker, die für solche Maßnahmen zu gewinnen wären. So bot sich der 2.Stellvertrende Vorsitzende und Diplomkaufmann Ümit Kelepir, der im Bereich der Bäcker sachkundig ist, ausdrücklich für eben jene Maßnahme an.

Natürlich müssten verstärkt auch Akzente im Bereich der Weiterbildung gesetzt werden. Da gehe es mithin um die Erkenntnis, dass auch das Handwerk sich nicht nur auf körperliche Fertigkeiten beschränkt, sondern mehr und mehr Wissen voraussetze. Mehr Wissen bedeutet mehr Leistung. Mehr Leistung bedeutet mehr Wohlstand. Das wiederum sorge für mehr Frieden, Integrationsdebatten würden sich – dann hoffentlich – erübrigen. Weiterbildung ist schlicht eine Maßnahme für die Steigerung des Werts des Arbeitnehmers und für die Sicherung des Arbeitsplatzes.

Aufklärung müsse außerdem dahingehend betrieben werden, allerdings mehr in Richtung Arbeitgeber, dass Integrationskurse auch vom Amt für Migration finanziert werde. Die Wichtigkeit der Integrationskurse, der sprachlichen Förderung ist eminent wichtig.

Letztlich bekundete der Vorsitzende die Hoffnung, dass doch die Lehrstellensituation im Handwerk doch so gut wie noch nie sei, um es positiv ausdrücken, ohne es in Verbindung mit dem mangelnden Interesse der Jugendlichen am Handwerk zu bringen. Den Jugendlichen müsse ermöglicht werden, dass sie ein eigenes Bild von dem jeweiligen Handwerksberuf machten, zudem Praktika in Anspruch nehmen. Auch hier spiele die ethnische Ökonomie in dem Sinne eine Rolle, dass sich Betriebe anderen ethnischen Gruppierungen öffnen und in der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund große Potentiale sehen sollten.

Die Vertreter der HWK begrüßten die Ziele des TIAD sehr. Konkret wurden bereits 2 Projekte ins Auge gefasst, die gemeinsam umgesetzt werden sollen:

  1. Es soll die Beratungsaktion bei TIAD organisiert und umgesetzt werden.
  2. Mit Vertretern von TIAD und weiteren ausländischen Meistern wird zudem der Weg in die Schulen organisiert und umgesetzt.

Mit diesen Projekten sieht TIAD positiv in die Zukunft des Handwerks in der Metropolregion Nürnberg, was jedenfalls die Kinder aus türkischen bzw. türkischstämmigen Familien betrifft.

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Gast Freitag, 22 September 2017

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