TIAD

Deutsch-Türkischer Unternehmerverein in der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V.

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Presseerklärung vom 17.10.2010

Veröffentlicht von am in Presseerklärungen 2010
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Empfang von türkischen Ingenieuren aus Samsun / Türkei am 16.10.2010

 

Unsere Form der Antwort auf die Äußerungen des Bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer zum Zuwanderungsstopp bei Türken und Arabern:

Am 16.10.2010 empfing TIAD etwa 15 Maschinenbauingenieure aus Samsun / Türkei, die im Rahmen der Chillventa Messe nach Nürnberg gekommen waren. In dem Bewusstsein, dass ein großer Fachkräftemangel in Deutschland zu verzeichnen ist, hat TIAD die Chance nicht verpasst, der Brücken- und Vermittlungsfunktion des Vereins gerecht zu werden, um hier zwischen wichtigen Stellen auf deutscher und türkischer Seite zu vermitteln. Auf deutscher Seite nahmen Prof. Dr. Peter Heß von der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg und Herr Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Kuhn in Vertretung des Vereins Deutscher Ingenieure – Bezirksverein Bayern Nordost e.V. teil. Weiter nahm Arbeits- und Sozialattaché Herr Dr. Kemal Ramoğlu in Vertretung des Generalkonsulats der Türkischen Republik Nürnberg teil.

Im Rahmen des Empfangs wurde über die Problematik des Fachkräftemangels in Deutschland diskutiert, weiter über Lösungsansätze. Hierbei wurde die Wichtigkeit ausländischer Fachkräfte im Besonderen hervorgehoben. Außerdem ging es um Austauschprogramme für Studenten zwischen Deutschland und der Türkei. Konkrete Projekte wurden bereits angedacht. Beide Seiten gaben Absichtserklärungen dahingehend ab, im Rahmen der Austauschprogramme etwa bei den Studenten wesentlich aktiver zu sein. TIAD erklärte einmal mehr die Bereitschaft, hier zu vermitteln. Im Übrigen wurden 2 herausragende Ingenieure von Siemens und Audi vorgestellt, die bei TIAD aktiv sind.

Es ist allseits bekannt, dass vor allem bei den Ingenieuren der Fachkräftemangel im Land der Konstrukteure und Maschinenbauer sehr deutlich ausfällt. Über 60.000 Stellen deutschlandweit, die unbesetzt sind ! Überwiegend fehlen dabei Maschinen-, Fahrzeugbau-, Elektro-, Bau- und Wirtschaftsingenieure, auch in Bayern. Sehr kurzfristig steigt die Zahl der fehlenden Ingenieure wohl auf 200.000. Bei alledem sind viele deutsche Ingenieure durchschnittlich 50 Jahre alt, mit der Perspektive des Ruhestandes. In den nächsten Jahren werden hunderttausende Ingenieure in den Ruhestand gehen, was die Situation zusätzlich verschlimmert. Ein massiver Ersatzbedarf stellt sich ein: jährlich werden etwa 70.000 Ingenieure zusätzlich gebraucht. Demgegenüber stehen aber gerade einmal 37.000 Hochschulabsolventen jährlich gegenüber !

Die demografische Entwicklung und der derzeit schon massiv wirkende Fachkräftemangel verlangt eine eingehende Analyse verbunden mit kurz-, mittel- und langfristig anhaltenden Maßnahmen.

Das Bildungssystem muss sich an die Situation anpassen, ohne die Qualität der Ausbildung zu gefährden, was nicht einfach gelingen wird. Unternehmer müssen von der Personalpolitik strikt abweichen, die sie in die Situation des Fachkräftemangels mit gebracht hat. Die Unternehmer haben in den letzten beiden Jahrzehnten nicht rechtzeitig auf die steigende Spezialisierung und den Fortschritt in der Produktion reagiert. Sie übersahen die Wichtigkeit der Anpassung der Fähigkeiten an einen globalisiert gültigen Standard. Fakt ist: aufgrund der steigenden Anforderungen waren und sind immer mehr Ingenieure notwendig.

TIAD ist der Überzeugung, dass vor allem bei der Frage der Anerkennung von ausländischen Zeugnissen angesetzt werden müsse. Viele Ingenieure mit ausländischem Abschluss leben bereits in Deutschland und werden nicht eingesetzt, obwohl sie trotz der Unterschiede in der Qualität der Ausbildung gegenüber dem Ausbildungsstandard in Deutschland sinnvoll und effektiv in einem Unternehmen nach einer relativ kurzen Einarbeitungsphase eingesetzt werden könnten. Kurzfristig dürften Unternehmer jedenfalls keine allzu hohen Anforderungen an die Qualifizierung der Ingenieure stellen und müssen diese vielmehr mit eigenen Fortbildungsmaßnahmen fördern. Überhaupt sind Qualifizierungsprogramme unverzichtbar. Außerdem müssen wesentlich mehr Frauen in den Berufsstand akquiriert werden. Aufgrund des demografischen Faktors sind ausländische Fachkräfte im Übrigen schlicht nicht hinwegzudenken. Zuvörderst bei den kurzfristigen Maßnahmen ist die unbedingte Anwerbung von ausländischen Fachkräften anzusiedeln.

In diesem Zusammenhang distanziert sich TIAD explizit von den kürzlich getätigten Äußerungen des Bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer, der zudem von einem Zuwanderungsstopp für Türken und Araber sprach. In diesem Rahmen soll diese Äußerung, die nicht der Auffassung vieler Wirtschaftskenner entspricht und allein aufgrund der ausdrücklichen Nennung der Türken und Araber offensichtlich stigmatisierend und populistisch sein soll, nicht weiter kommentiert werden. Die Aussage geht an der Lebenswirklichkeit des Arbeitsmarktes schlicht vorbei, zumal die unbedingt notwendigen Fachkräfte gerade den sozialen Systemen nicht zur Last fallen, sondern vielmehr die deutsche Wirtschaft ankurbeln. Solange diese Kräfte fehlen, bringen Hinweise auf andere potentielle Kräfte jedenfalls kurzfristig und mittelfristig nichts !

Das Potential der weiblichen Arbeitskraft, der Arbeitskraft von ausländischen Fachkräften und die derzeit guten Bedingungen der Bezahlung einer Ingenieurin / eines Ingenieurs auf dem deutschen Arbeitsmarkt vermitteln den Eindruck, dass nicht rein pessimistisch in die Zukunft geblickt werden muss.

 

TIAD jedenfalls engagiert sich weiter für den Bereich der Metropolregion Nürnberg, um hier zur Lösung des Fachkräftemangels beizutragen.

 

TIAD-Vorstand.

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Gast Freitag, 24 November 2017

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