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Deutsch-Türkischer Unternehmerverein in der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V.

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Presseerklärung vom 19.10.2010

Veröffentlicht von am in Presseerklärungen 2010
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Presseerklärung des Vorstandes des Deutsch-Türkischen Unternehmervereins

in Mittelfranken e.V. (TIAD) vom 19.10.2010

 

anlässlich der Veranstaltung vom 19.10.2010

„Integration ja, aber …“


Heute empfängt TIAD den Bundesvorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen CEM ÖZDEMIR anlässlich der Veranstaltung mit dem Titel „Integration ja, aber …“. An der Veranstaltung nehmen zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und sonstigen Bereichen teil, darunter etwa die Generalkonsulin der Republik Türkei, Frau Ece Öztürk Çil, IHK-Präsident Dirk von Vopelius, viele Stadträte aus Nürnberg und Fürth, sonstige Vertreter der Parteien und viele mehr.

Hier ein Auszug aus der Rede des TIAD-Vorsitzenden EMRE HIZLI :

„ … Die Integration beschäftigt in diesen Tagen ganz Deutschland, so meint man. Offensichtlich sind Politiker der Meinung, dass Herr Sarrazin mit seinem Buch breite Schichten der Bevölkerung in Deutschland erreicht habe, weshalb man hier und da für jeden erkennbar sehr stark bemüht ist, die eigenen Positionen in den Vordergrund zu rücken. Ein populistischer Wettlauf ist zudem eröffnet. Es scheint, als ob etwa der Bayerische Ministerpräsident Seehofer dabei ganz offenbar sehr gerne auf dieser Welle schwimmt und mit seinen Thesen, die auf die in Kauf genommene Stigmatisierung der türkischen und arabischen Bevölkerungsgruppen gerichtet sind, sich und seine Partei in den Vordergrund zu rücken versucht. Dabei wäre gerade jetzt eine sachlich vernünftige, friedliche Integrationspolitik so wichtig, da die türkische Regierung sich in diesen Tagen explizit für eine größere Integrationsbereitschaft der Türken und Türkischstämmigen ausspricht und nun ganz offenbar neue, hoffnungsvolle Wege gehen wird.

Wir als TIAD lassen uns aber durch undifferenzierte, unsachliche Äußerungen nicht entmutigen und stehen aktiv für effektive Beiträge zur Förderung der deutsch-türkischen Beziehung, in vielerlei Hinsicht. Wir lassen uns von dem Vorhaben nicht abbringen, einen wirklichen Dialog zu führen, durch Zusammenarbeit mit wichtigen Organisationen und Einrichtungen in der Metropolregion Nürnberg und durch gemeinnützige Tätigkeit mehr im lokalen Bereich Akzente zu setzen.

Daher unser heutiges Thema: Integration ja, aber nur mit einem wirklichen Dialog. Was meine ich damit ?

Nun ist es ja so, dass die Integrationsdebatte in vollem Gange ist, Probleme und Lösungsansätze werden diskutiert, ein jeder hat die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten oder passiv daran teilzunehmen. Wir wollen heute nicht das Rad neu erfinden und unsere Überlegungen zur Integration im Detail darstellen. Uns geht es heute lediglich um einen Aspekt in der Integrationsfrage: um den Dialog, im weitesten Sinne um die politische Kultur, die Art und Weise der politischen Kommunikation. Uns erscheint es als besonders wichtig, gerade aktuell auf das ABC des Dialogs hinzuweisen.

Wir empfehlen eine neue Begrifflichkeit: Nicht Integrationsdebatte, sondern Integrationsdialog.

In einer Debatte werden Standpunkte vertreten, verteidigt, ggf. um jeden Preis und mit gesammelter Munition. Die Haltung kennzeichnet die Debatte: dem Betreffenden geht es darum, Wissen und eigene Person darzustellen, Antworten zu geben, es geht um Gewinnen oder Verlieren, um ein Machtgefälle, um Beweisführung und dergleichen. Der Ausgang einer Debatte kann positiv sein, aber auch negativ. Herrn Seehofer geht es um Populismus und Wählerstimmen, er debattiert. Hier passt die lateinische Wortbedeutung „niederschlagen“.

In einer Kultur des wirklichen Dialogs geht es aber darum, einen neuen Sinn zu entwickeln, jedenfalls als Vision. Das sollte aus unserer Sicht auch die Grundlage für die deutsche Integrationspolitik sein. Die Vertreter unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Herkunft müssen einen wirklichen Dialog führen mit der Zielsetzung einer gelungenen Integration, einer neuen Sinngebung für das gemeinsame Zusammenleben, zumal Multi-Kulti teilweise für tot erklärt wird, ohne sich Gedanken über die Wortbedeutung und Funktion des Multi-Kulti-Begriffes zu machen.

Bei einem wirklichen Dialog, den leider nur wenige praktizieren, geht es um eine Haltung, bei der die Teilnehmenden den anderen in seinem Dasein und aber auch Sosein akzeptieren und sich diesem mit der Absicht zuwenden, dass eine lebendige Gegenseitigkeit entsteht. In dieser Gegenseitigkeit können neue Erkenntnisse und Einsichten gewonnen werden, für die die Teilnehmenden immer offen sein sollten. Nochmals: Es geht um die Haltung. Die Betreffenden sollten sich begegnen mit Neugier, mit lernendem Interesse. Dabei spielt die Qualität des Sprechens natürlich eine gewichtige Rolle, weshalb deutsche Sprachkenntnisse im Übrigen unverzichtbar sind. Die in Dialog stehenden Menschen sind in Wahrheit zueinander zugewandt, äußern sich rückhaltlos und verzichten auf Elemente des Scheins, um so eine gemeinschaftliche Fruchtbarkeit entstehen zu lassen. Der Aspekt des Zuhörens kommt hier als wesentlicher Gesichtspunkt hinzu. Indem man tatsächlich zuhört, erkennt man die eigenen Widersprüche in seinem Denken. Wirklich zuhören können nur die Wenigsten. Über das Zuhören ist es aber erst möglich, dass man sich in die Situation des Anderen hineinversetzt. Hierbei können Gedanken entstehen, von denen man nie gedacht hätte, dass sie in einem stecken. So findet wiederum Annäherung statt, was in der Integrationsfrage eminent wichtig zu sein scheint. Ein wirklicher Dialog verlangt außerdem uneingeschränkten Respekt. Andere Personen müssen – ohne wenn und aber – in ihrer Andersartigkeit und ihrem Wesen als gleichberechtigt anerkannt werden. Auch das verlangt sehr großes Einfühlungsvermögen. Der wirkliche Dialog hat zum Ziel, Auslegungen, Schlussfolgerungen und Urteile zunächst mal beiseite zu legen. Erst nach einer ausführlichen Differenzierung der Daten und deren Bewertung natürlich auch unter Berücksichtigung individueller Sichtweisen sind Schlussfolgerungen und dann die vielleicht notwendigen Handlungen festzulegen.

Lasst uns aufeinander zugehen, unsere Weltanschauungen, Wertvorstellungen, Auffassungen und Einstellungen genau analysieren, um dann Gemeinsamkeiten oder neue Erkenntnisse herauszuarbeiten. Lasst uns eine gemeinsame Leitkultur entdecken, es gibt viele Schnittmengen !! Der Weg des wirklichen Dialogs ist der Weg der Annäherung und Problemlösung !

Wir legen allen, die sich zum Thema Integration äußern, das ABC des Dialogs ans Herz. Gerade auch der Aspekt der Differenzierung wird größtenteils nicht ernst genommen, so etwa in der Frage, ob es um Umstände der Kultur, der Religion, der Herkunft oder aber schlicht um soziale Gegebenheiten geht, die nichts mit den vorgenannten Umständen zu tun haben. Hier geborene Menschen, Eingebürgerte, Migranten, Flüchtlinge, Kultur, Religion und Herkunft, alles wird in einen Topf geschmissen ! Das kann nicht angehen.

In unserem Verein sind mehrere Rechtsanwälte vertreten, da kommt uns in diesem Zusammenhang auch der Aspekt der Mediation in den Sinn. Die Mediation bemüht sich um eine friedliche und produktive Form des Umgangs, sie eröffnet einen interessengerechten und zukunftsweisenden Ausgleich von Konflikten, sie fördert den selbstverantwortlichen Bürger, der auf seine eigene Kraft zur Lösung von Konflikten vertraut, statt auf obrigkeitliche Entscheidungen, um wenige Punkte zu nennen. Hier lassen sich Aspekte der Mediation auf die Integrationspolitik übertragen. Gefragt sind Multiplikatoren, Verantwortliche in Vereinen und Unternehmen, in öffentlichen und sonstigen Einrichtungen und Verbänden, die sich auch der Verantwortung für die Gesellschaft bewusst werden und sich ganz im Sinne der Integration engagieren, mithin im Dialog vermitteln. Die deutsche Politik, die deutsche Gesellschaft muss sich verstärkt um solche Mediatoren bemühen. Die Deutsche Islamkonferenz scheint auf den ersten Blick eine sehr gute Einrichtung, doch gelegentlich hat man den Eindruck, dass dort auch nur debattiert wird.

Wir, die Verantwortlichen des TIAD, stellen uns jener Verantwortung und sehen uns als Mediatoren in Fragen der Integration, der deutsch-türkischen Beziehung, jedenfalls in Mittelfranken, in der Metropolregion Nürnberg….“

Der Oktober 2010 ist bei TIAD ganz im Zeichen der Integration. Neben der heutigen Veranstaltung sind folgende 2 Veranstaltungen hervorzuheben:

Am 16.10.2010 wurden 15 türkische Maschinenbauingenieure aus Samsun / Türkei empfangen, schon da als Antwort gegen die Thesen des Herrn Ministerpräsidenten Seehofer. Im Rahmen des Empfangs wurde über die Problematik des Fachkräftemangels in Deutschland diskutiert, weiter über Lösungsansätze. Hierbei wurde die Wichtigkeit ausländischer Fachkräfte im Besonderen hervorgehoben. Außerdem ging es um Austauschprogramme für Studenten zwischen Deutschland und der Türkei. Konkrete Projekte wurden bereits angedacht. TIAD erklärte einmal mehr die Bereitschaft, hier zu vermitteln. Im Übrigen wurden 2 herausragende Ingenieure von Siemens und Audi vorgestellt, die bei TIAD aktiv sind.

Am 26.10.2010 lädt TIAD zudem ein zur Veranstaltung „Integration von Frauen türkischer Herkunft in der Metropolregion Nürnberg“ in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Frauenclub in Nordbayern e.V. unter der Schirmherrschaft der Generalkonsulin der Republik Türkei, Frau Ece Öztürk Çil und der Frauenbeauftragten der Stadt Nürnberg Ida Hiller. Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Multiplikatoren, Männer (!) und Personalmanager großer Betriebe, aber natürlich auch an alle Frauen in der Metropolregion Nürnberg. Wir werden unterschiedliche Bereiche der Integration von Frauen türkischer Herkunft ansprechen und dabei positive und negative Seiten aufzeigen, aber auch die Gesellschaft dazu aufzurufen, den Frauen, gleich welcher Herkunft, mehr Freiraum, mehr Selbstbestimmung, ja mehr Freiheit zu gewähren. Herausragende Referentinnen und Gäste konnten für die Veranstaltung gewonnen werden.

 

TIAD-Vorstand

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