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Deutsch-Türkischer Unternehmerverein in der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V.

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Presseerklärung vom 26.10.2010

Veröffentlicht von am in Presseerklärungen 2010
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Veranstaltung vom 26.10.2010: „Integration von Frauen türkischer Herkunft in der Metropolregion Nürnberg“

 

Der Deutsch-Türkische Unternehmerverein in Mittelfranken e.V. (TIAD) lud in Kooperation mit dem Deutsch-Türkischen Frauenclub in Nordbayern e.V. (DTFC) zum Vortrag mit dem Titel „Integration von Frauen türkischer Herkunft in der Metropolregion Nürnberg“ unter der Schirmherrschaft der Generalkonsulin der Türkischen Republik, Frau Ece Öztürk Çil, und der Frauenbeauftragten der Stadt Nürnberg, Frau Ida Hiller, ein. Folgende Referentinnen haben zum Thema Stellung genommen:

Ärztin Dr. Leyla Fröhlich-Güzelsoy – soziokulturelle, ethische Betrachtung

Rechtsanwältin Beyhan Bıyıklıoğlu – rechtliche, wirtschaftliche Betrachtung

Moderator : Vorsitzender des TIAD Emre Hizli

In den Medien werden durch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und sonstigen Bereichen derzeit Integrationsdebatten in einer Art und Weise geführt, die einer anständigen politischen Kultur, einer anständigen politischen Kommunikation nicht würdig sind. Dabei werden Schwarz-Weiß-Bilder, Zerrbilder gezeichnet, mit populistischen Forderungen Bevölkerungsgruppen stigmatisiert, vor allem die türkische Bevölkerungsgruppe regelrecht mit Vorwürfen überhäuft, dass eine von Anstand und Respekt getragener „Integrationsdialog“, mithin eine vernünftige Integrationspolitik nicht möglich erscheint. Gerade hier ist von ganz besonderer Wichtigkeit, verstärkt aufeinander zuzugehen, in einen nicht nur theoretischen Dialog zu treten und dabei in sachlicher, vernünftiger Form Lösungsansätze anzubieten und umzusetzen, um ein von Frieden und Toleranz getragenes Miteinander zu ermöglichen. Alles andere wäre Menschenverachtung, was keiner will. Gerade die Debatte um die „Kopftuchmädchen“ zeigt, dass hier in verstärktem Maße eine sachliche, zukunftsorientierte Integrationspolitik notwendig ist. In diesem Sinne engagieren sich sowohl TIAD als auch DTFC.

Der Vortrag richtete sich in erster Linie an Multiplikatoren, Männer (!) und Personalmanager großer Betriebe, aber natürlich auch an alle Frauen in der Metropolregion Nürnberg. Einmal mehr legen wir Wert auf den örtlichen Bezug, da hier sich doch vordergründig das Leben für uns abspielt, fernab von allen großen politischen Themen, etwa um die Frage des EU-Beitritts der Türkei. Das heißt nicht, dass wir uns wichtigen, überörtlichen Themen nicht stellen. Wir werden unterschiedliche Bereiche der Integration von Frauen türkischer Herkunft ansprechen und dabei positive und negative Seiten aufzeigen, aber auch die Gesellschaft dazu aufzurufen, den Frauen, gleich welcher Herkunft, mehr Freiraum, mehr Selbstbestimmung, ja mehr Freiheit zu gewähren.

Im Vordergrund der Veranstaltung steht die Darstellung der in diesem Zusammenhang auftretenden Begrifflichkeiten, der aktuellen Situation der Debatten, der hohen kulturellen Vielfalt, mit der viele Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch Herausforderungen im Hinblick auf die soziale und ökonomische Integration der Menschen mit Migrationshintergrund verbunden sind. Gerade im Bereich der beruflichen, wirtschaftlichen Selbständigkeit einer Frau türkischer Herkunft werden jene Chancen und Herausforderungen sehr deutlich. Angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung spielt die Arbeits- und Wirtschaftskraft bei Frauen mit Migrationshintergrund mehr und mehr eine gewichtige Rolle. Hier gilt es das bisher in weiten Teilen ungenutzte Potential an Erwerbspersonen gerade und jetzt im Feld der ethnischen Ökonomie, hier bei Frauen türkischer Herkunft zu identifizieren und zu nutzen. Der strukturelle Wandel der Organisation von Unternehmen und Arbeit bedingt die Steigerung der Zahl an beruflich Selbständigen. Existenzen werden durch immer mehr Frauen mit Migrationshintergrund, vor allem durch Frauen türkischer Herkunft gegründet. Gründungsmotive sind hierbei der Wunsch nach Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit und höherem Verdienst sowie der nach einer adäquaten Qualifikationsverwertung. Natürlich werden auch Frauen durch die Not am Arbeitsmarkt in die Selbständigkeit getrieben. Doch die aufgrund des oben beschriebenen Wandels ausgelöste Situation der steigenden Zahl der beruflich Selbständigen als Faktum verlangt es, Chancen und Herausforderungen zu koordinieren und Unterstützungsleistungen bei der jeweiligen Existenzgründung zu erbringen, sei es im Bereich der Finanzierung des Gründungsvorhabens, des Abbaus von strukturell und persönlich bedingten Gründungshemmnissen, sei es im Bereich der Gründungsvorbereitung, vor allem des Beratungsbedarfs (Businessplan. Inanspruchnahme von Gründungsberatung etc.).

Natürlich gibt es speziell bei Frauen türkischer Herkunft vermehrt eine schlechtere Ausgangsposition, wenn es etwa um die berufliche, wirtschaftliche Unabhängigkeit geht. Diese Position geht einher mit Ressourcendefiziten vor allem im Bereich der Bildung und mit Rollenzuschreibungen. Hinzu kommen zusätzliche Wirkungen, die sich aus der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie ergeben. Hier muss natürlich eine Auseinandersetzung mit dem Rollenverständnis stattfinden. Gefragt ist in diesem Zusammenhang ganz besonders der Dialog mit Männern türkischer Herkunft, die dazu anzuhalten sind, mehr aus einem sozialen Verständnis, aus der Anerkennung der Selbstbestimmung der Frau, aus Gründen der Gleichberechtigung ihre Schwestern und Ehefrauen, alle Frauen auf dem Weg zur beruflichen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit voll und ganz zu unterstützen oder gar hierzu zu motivieren, zumal dies zur gesellschaftlichen Anerkennung, mithin zum sozialen Aufstieg der Frauen selbst führt. Nicht nur der Wirtschaft und Arbeitgeberseite muss es klar sein, dass in naher Zukunft vor allem Frauen mit Migrationshintergrund einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität des Landes leisten werden, sondern gerade den Ehemännern und Familien jener Frauen muss verstärkt vor Augen geführt werden, dass die berufliche und wirtschaftliche Integration der Frauen für die Zukunft aller Menschen in Deutschland unverzichtbar ist. Die Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl einzusetzen, steht hier im Vordergrund und muss in das Bewusstsein  a l l e r  Menschen in Deutschland gerufen werden. Keine Zukunft ohne Frauen, keine Zukunft ohne Gemeinsinn.

Auf die Metropolregion bezogen muss ein echter Dialog mit allen nur denkbaren Stellen stattfinden. Es muss der Weg in alle Vereine, Moscheen und sonstigen Verbänden und Einrichtungen mit türkischem Hintergrund beschritten werden. Sehr viel stärker müssen Informationsforen geschaffen, besondere, fachkompetente Ansprechpartner auch mit Türkischkenntnissen für die türkische Bevölkerung gefunden und im Bereich der Beratung und Aufklärung eingesetzt werden. TIAD etwa arbeitet an dem Projekt, besondere Ansprechpartner im Verein für angehende Selbständige türkischer Herkunft zu installieren.

Wir sind alle dazu aufgerufen, unsere Stellung in dieser Gesellschaft gerade in diesen Zeiten zu überdenken und das einzubringen, was sinnvoll für uns alle ist. Ein von Hass und Vorurteilen geprägtes Gegeneinander kann in diesem Sinne nicht vorteilhaft sein. Einmal mehr setzt TIAD auf ein freundliches, von Respekt und Toleranz getragenes Miteinander, auf einen Integrationsdialog (begrifflich im Gegensatz zu „Integrationsdebatte“, vgl. hierzu Presseerklärung vom 19.10.2010). TIAD-Vorstand.

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